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Sex und Vorurteile

Monika Frank, die seit dem 1. Januar 2021 das Amt der Senatorin für Kultur und Bildung in Lübeck innehat, freut sich, dass die Ausstellung "Sex und Vorurteil" nach der Wiederöffnung der Museen die erste ist, die in ihre Amtszeit fällt. "Damit beweist die Hansestadt Lübeck, dass sie sehr viel offener und aufgeklärter ist, als ihr Image", schmunzelt sie.

Um ein Thema so alt wie die Menschheit geht es in der zweiten Sonderausstellung der Lübecker Völkerkundesammlung unter ihrem neuen Leiter Dr. Lars Frühsorge: "Sex und Vorurteil" lautet der spannungsgeladene Titel, unter dem vom 26. März bis voraussichtlich 29. August in den Räumen des St. Annen-Museums Fragen zur Sexualität und zum Thema Gender nachgegangen werden soll.

Dabei liegt der Fokus auf den drei Kontinenten Europa, Afrika und Asien. In einem zeitlichen Bogen von der Antike bis zur Gegenwart werden die unterschiedlichsten kulturellen Aspekte des Themas anhand zahlreicher erotischer Kunstwerke und Objekte aufgezeigt, wobei die Ausstellung auch Vorurteile und Klischees hinterfragt, die über das Liebesleben in anderen Ländern oder Kontinenten vorherrschen.

Die Ausstellung in den Räumen des St. Annen-Museums ist thematisch in drei Räume gegliedert, die den drei dargestellten Kontinenten entsprechen, und startet mit Europa. Anhand von Objekten wie Keuschheitsgürtel wird ein Abriss der Geschichte der Sexualität seit dem Mittelalter dargestellt und bereits hier mit ersten Klischees aufgeräumt, da diese nach neuesten Forschungsergebnissen vielmehr als Sexspielzeug oder zum Schutz vor sexuellen Übergriffen in Gebrauch waren statt zur Erzwingung der Keuschheit der Trägerin. Auch der Geschichte der Prostitution in Lübeck wird nachgegangen.

Der zweite Ausstellungsraum ist dem Kontinent Afrika gewidmet. Hier sind einige Skulpturen erotischer Kunst aus der Nachlassschenkung des verstorbenen Kieler Sammlers Muhlack zu sehen. Dazu gehören beispielsweise so genannte „Jenseits-Ehepartner“, anhand deren Existenz man sich erotische Träume erklärte und die man daher figürlich darstellte. Auch Masken, die bei Pubertätsritualen zum Einsatz kamen, werden ausgestellt.

Der letzte der drei Räume gilt schließlich dem Kontinent Asien. Hier gibt es unter anderem thailändische, von buddhistischen Mönchen gesegnete Amulette zur Unterstützung bei der Partnersuche oder zur Steigerung der Potenz, arabische Sexualhandbücher oder erotische Miniaturmalereien aus Indien zu sehen. Auch hier weisen Abbildungen von zweigeschlechtlichen Göttern abermals auf eine gewisse Kultur der Intersexualität hin.

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